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Planung & Voraussetzungen Redaktion hoftor-antrieb.de · Stand

Torantrieb auslegen: Torgewicht, Flügelbreite, Windlast und Einbaumaße

Inhalt 10 Abschnitte

Was „Berechnung“ bei einem Torantrieb bedeutet

Die Hersteller geben in ihren Anleitungen Grenzwerte und Tabellen an, gegen die Sie die Daten Ihres Tores prüfen. Nice formuliert das so: Vor der Installation ist zu prüfen, ob Abmessungen und Gewicht des Torflügels innerhalb der im Diagramm angegebenen Grenzen liegen; dabei sind auch die klimatischen Bedingungen am Installationsort zu berücksichtigen, zum Beispiel starker Wind, der die Werte im Diagramm deutlich verringern kann (Nice LFAB-Anleitung).

Die Größen, die in den Anleitungen immer wieder auftauchen, sind:

  • Torflügelbreite (oder Flügellänge) und Torhöhe,
  • Gewicht je Torflügel und Lage des Schwerpunkts,
  • Füllungsgrad des Flügels und die regionale Windlast,
  • Steigung oder Gefälle des Tores,
  • die zulässige Nutzung (Einschaltdauer oder Zyklen),
  • bei Drehtoren die Einbaumaße A, B und e.

Torgewicht und Flügelbreite

Die folgende Tabelle zeigt, wie Hersteller die Grenzwerte angeben. Die Werte gelten nur für das jeweilige Modell und sind kein allgemeiner Richtwert.

Antrieb (Bauform)Max. Flügelbreite bzw. -längeMax. Gewicht je FlügelBeleg
Hörmann RotaMatic (Spindel)2.500 mm bzw. 4.000 mm je nach Typ, Torhöhe max. 2.000 mm220 kg bzw. 400 kg je nach TypHörmann RotaMatic-Anleitung
Hörmann VersaMatic (Gelenkarm)2.000 mm bzw. 3.000 mm je nach Typ, Torhöhe max. 2.000 mm200 kg bzw. 300 kg je nach TypHörmann VersaMatic-Anleitung
SOMMER twist 350 / 350+ (Spindel)max. 4,0 m, aber nur bis 250 kg Flügelgewicht (einflügelig)max. 700 kg, aber nur bis 1,5 m Flügellänge (einflügelig)SOMMER twist 350-Anleitung
SOMMER twist UG / UG+ (Unterflur)0,8 bis 3,5 m, Torhöhe max. 2.000 mm350 kg bzw. 600 kgSOMMER twist UG-Anleitung
SOMMER STArter S3 / S3+ (Schiebetor)Laufweg max. 6.000 mm bzw. 8.000 mmTorgewicht 300 kg bzw. 400 kgSOMMER STArter S3-Anleitung

Gewicht und Breite sind nicht unabhängig voneinander. Beim twist 350 gilt das Höchstgewicht von 700 kg nur bei höchstens 1,5 m Flügellänge, die größte Breite von 4,0 m nur bei höchstens 250 kg Flügelgewicht; dazwischen liegt ein Diagramm, aus dem Sie das zulässige Gewicht für Ihre Flügelbreite ablesen (SOMMER twist 350-Anleitung). Nice gibt die Grenze ebenfalls als Diagramm „max. Flügelgewicht über max. Flügellänge“ an (Nice LFAB-Anleitung).

Auch die Gewichtsverteilung zählt. Hörmann nennt als Bedingung für die Einhaltung der Betriebskräfte, dass der Schwerpunkt des Tores in der Mitte liegt, mit einer zulässigen Abweichung von ±20 % (Hörmann RotaMatic-Anleitung). SOMMER verlangt für den twist UG, dass das Gewicht flächig verteilt ist und der Flügel in jeder Lage stehen bleibt, ohne sich selbstständig in eine Vorzugslage zu bewegen (SOMMER twist UG-Anleitung).

Windlast und Füllungsgrad

Hörmann gibt keine feste Obergrenze für die Torflügelfüllung an: Sie ist abhängig von der Torfläche, und bei Torfüllungen sind die regionalen Windlasten nach EN 13241-1 zu berücksichtigen (Hörmann RotaMatic-Anleitung).

SOMMER veröffentlicht für den twist 350 eine Tabelle mit dem zulässigen Füllungsgrad je Torbreite und Torhöhe. Für einen 4 m breiten und 3 m hohen Flügel sind dort beim twist 350 und twist 350+ höchstens 40 % Füllung angegeben, bei 1,5 m Breite bis 3 m Höhe 100 %. Die Tabelle gilt für ein B-Maß von 320 mm und ein A-Maß von 100 mm, eine Torblattstärke von 50 mm und einen mittigen Drehpunkt (SOMMER twist 350-Anleitung).

Auch die Einbaumaß-Tabellen beruhen auf Windannahmen. Die A-/B-Maßtabelle des twist 350 wurde für eine Windgeschwindigkeit von 28,3 m/s, eine Torhöhe von 2,0 m, eine Torbreite von 2,5 m und 35 % gleichmäßig verteilte Füllung ohne Elektroschloss berechnet (SOMMER twist 350-Anleitung). Für den twist UG nennt SOMMER als Bezug DIN EN 1991-1-4 mit 32,3 m/s, Windzone 2 und 11 Beaufort und empfiehlt, das Tor mit einem separaten Elektroschloss je Flügel sicher zu verschließen, insbesondere ab 2 m Torlänge; bei großen Torflügeln oder hohem Füllgrad nennt die Anleitung das Schloss zusätzlich als Schutz gegen Wind (SOMMER twist UG-Anleitung).

Einschaltdauer und Zyklen

Wie oft ein Antrieb fahren darf, geben die Hersteller in unterschiedlicher Form an:

Nice beschreibt zusätzlich eine Rechnung zur erwarteten Standzeit: Aus Flügellänge, Flügelgewicht und Zuschlägen, etwa 15 % für eine Installation in windreichem Gebiet oder 20 % für einen Flügel mit Füllung, ergibt sich ein Belastungsindex. Im Beispiel der Anleitung, 3 m Flügellänge, 500 kg und windreiches Gebiet, ergibt sich ein Belastungsindex von 45 % und eine geschätzte Standzeit von 110.000 Bewegungszyklen. Nice betont, dass es sich um eine Schätzung und keine Garantie handelt (Nice LFAB-Anleitung).

Einbaumaße A, B und e bei Drehtoren

Bei Spindel- und Gelenkarmantrieben bestimmt die Einbaugeometrie, welchen Öffnungswinkel das Tor erreicht und welche Kräfte auftreten. Hörmann beschreibt das Vorgehen beim RotaMatic in drei Schritten: das e-Maß am Pfeiler ermitteln, in der Tabelle die Zeile mit dem nächstliegenden e-Maß und darin den benötigten Öffnungswinkel wählen und das zugehörige B-Maß ablesen, dann die Bohrposition für den Befestigungswinkel festlegen (Hörmann RotaMatic-Anleitung).

Ein Beispiel aus der Tabelle 1a derselben Anleitung (Flügellänge 1.000 bis 2.500 mm): Bei e = −30 mm (A = 100 mm) sind mit B = 180 mm bis zu 125° Öffnungswinkel angegeben. Bei e = 150 mm (A = 280 mm) ist nur noch B = 100 mm mit 90° eingetragen. Die Tabellenwerte sind laut Hörmann nur Richtwerte (Hörmann RotaMatic-Anleitung).

Für den RotaMatic nennt Hörmann außerdem diese Regeln (Hörmann RotaMatic-Anleitung):

  • A- und B-Maß sollen für eine gleichmäßige Torlaufgeschwindigkeit annähernd gleich sein; der Unterschied soll 40 mm nicht überschreiten.
  • Ein größeres A-Maß verringert die Geschwindigkeit an der Schließkante in Richtung Tor-Zu, ein größeres B-Maß in Richtung Tor-Auf.
  • Für einen großen Öffnungswinkel ist ein größeres B-Maß zu wählen; der größtmögliche Öffnungswinkel nimmt mit größer werdendem A-Maß ab.
  • Um die Gesamtkräfte zu verringern, sollen das A-Maß und der Abstand zwischen Drehpunkt des Tores und Spindelbefestigung am Tor möglichst groß sein.
  • Findet sich kein geeignetes Maß, kann am Pfostenbeschlag ein anderes Lochbild genutzt, der Beschlag unterfüttert oder eine Verlängerungsplatte verwendet werden.

Diese Regeln lassen sich nicht auf jeden Antrieb übertragen. Für den Gelenkarmantrieb VersaMatic schreibt Hörmann, dass ein kleiner werdendes A- und B-Maß die Geschwindigkeit an der Schließkante Tor-Zu reduziert (Hörmann VersaMatic-Anleitung). SOMMER verlangt beim twist 350 ein B-Maß von mindestens 120 mm, bei Flügeln über 2,5 m Länge oder vollflächig geschlossenem Tor mindestens 200 mm (SOMMER twist 350-Anleitung).

Steigung und Gefälle

Für den RotaMatic ist eine Steigung oder ein Gefälle bis 6° zulässig, nur mit dem Beschlags-Set für steigende Bänder und mit bauseitiger Sicherung gegen selbstständiges Zufallen (Hörmann RotaMatic-Anleitung). Für den twist 350 nennen die technischen Daten eine Torsteigung von 0 % (SOMMER twist 350-Anleitung).

Garagentore: Maße und Voraussetzungen für Deckenantriebe

Bei Garagentorantrieben spielt neben Torart und Torgröße der Raum unter der Decke eine Rolle. Berner beschreibt den GA403 ausschließlich für federausgeglichene Sectional- und Schwingtore und gewichtsausgeglichene Kipptore. Der Freiraum zwischen dem höchsten Punkt des Tores und der Decke muss auch beim Öffnen mindestens 30 mm betragen, der Antrieb kann höchstens 50 cm außermittig montiert werden, und die Garagendecke muss eine sichere Befestigung gewährleisten (Berner GA403-Anleitung).

Hat die Garage keinen zweiten Zugang, ist zusätzlich zur inneren Entriegelung eine Notentriegelung von außen erforderlich, die ein Aus- oder Einsperren bei Netzausfall verhindert; sie muss separat bestellt und monatlich geprüft werden (Berner GA403-Anleitung).

Sicherheit, Anschluss und Abnahme

Die Anforderungen an die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore und die zugehörigen Prüfverfahren legt DIN EN 12453 fest (DIN Media zu DIN EN 12453). Berner verlangt, die eingelernte Kraft mit einer geeigneten Kraftmesseinrichtung auf zulässige Werte nach EN 12453 und EN 12445 oder den nationalen Vorschriften zu prüfen (Berner DA20/DA40-Anleitung).

Den Netzanschluss eines Torantriebs übernimmt immer eine Elektrofachkraft.

Nach Abschluss der Montage muss der Sachkundige die Konformität nach EN 13241-1 erklären (Hörmann RotaMatic-Anleitung).

Quellen

FAQ zur Auswahl des passenden Torantriebs

Welche Angaben brauche ich, um einen Torantrieb auszuwählen?

Mindestens Breite bzw. Länge und Gewicht je Torflügel, die Torhöhe, den Füllungsgrad und eine eventuelle Steigung. Nice verlangt, Abmessungen und Gewicht gegen das Diagramm in der Anleitung zu prüfen und dabei auch Wind am Standort zu berücksichtigen (Nice LFAB-Anleitung).

Warum spielt der Wind eine Rolle?

Die Hersteller koppeln die zulässige Füllung an die Windlast. Hörmann verlangt, bei Torfüllungen die regionalen Windlasten nach EN 13241-1 zu berücksichtigen (Hörmann RotaMatic-Anleitung); SOMMER begrenzt den Füllungsgrad abhängig von Torbreite und -höhe (SOMMER twist 350-Anleitung).

Was bedeuten A-Maß und B-Maß?

Sie beschreiben, wo der Antrieb am Pfosten im Verhältnis zum Drehpunkt des Tores sitzt. Aus ihnen ergeben sich laut Herstellertabellen der erreichbare Öffnungswinkel und die Torlaufgeschwindigkeit an den Schließkanten (Hörmann RotaMatic-Anleitung).

Wie oft darf ein Torantrieb pro Tag fahren?

Das steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild des Modells. Beim VersaMatic sind es zum Beispiel höchstens 20 Zyklen pro Tag und 5 pro Stunde (Hörmann VersaMatic-Anleitung).

Brauche ich bei einer Garage eine Notentriegelung von außen?

Wenn die Garage keinen zweiten Zugang hat, ja: Berner schreibt dann zusätzlich zur inneren Entriegelung eine Notentriegelung von außen vor (Berner GA403-Anleitung).

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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