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Torantrieb programmieren: Endlagen, Kraft und Handsender einlernen
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Inhalt 7 Abschnitte
Was „Programmieren“ bei einem Torantrieb bedeutet
Wer einen Torantrieb in Betrieb nimmt, richtet in den hier ausgewerteten Herstelleranleitungen zwei Dinge ein: Die Steuerung lernt, wo das Tor in den Endlagen „Tor auf“ und „Tor zu“ stehen bleiben soll und welche Kraft sie für die Bewegung braucht. Und der Funkempfänger lernt die Handsender, auf die er reagieren soll. Wie das im Einzelnen geschieht, legt jeder Hersteller in seiner Anleitung fest. Tasten, Anzeigen und Haltezeiten unterscheiden sich von Modell zu Modell, deshalb gibt es keine Tastenfolge, die für alle Antriebe gilt.
Dieser Ratgeber beschreibt den gemeinsamen Rahmen und zeigt an drei Beispielen, wie die Hersteller den Ablauf selbst beschreiben: einen Garagentorantrieb von SOMMER, einen Rolltorantrieb von VEVOR und Handsender von Marantec. Die Beispiele sind keine Empfehlung für ein bestimmtes Gerät. Für Ihren Antrieb gilt immer die Anleitung, die ihm beiliegt.
Vor dem Einlernen: Anschluss und Sicherheit
Für die Garagentorantriebe der Reihe pro und pro+ verlangt SOMMER eine abgesicherte Steckdose, deren Installation eine ausgebildete Elektrofachkraft übernimmt; dabei sind örtliche Installationsvorschriften wie die VDE-Bestimmungen zu beachten. Den Netzstecker steckt man erst nach vollständiger Montage des Antriebs ein, und vorher wird die Netzspannung mit den Angaben auf dem Typenschild abgeglichen (SOMMER-Anleitung pro+).
Den Netzanschluss eines Torantriebs übernimmt immer eine Elektrofachkraft.
VEVOR schreibt für seine Rolltorantriebe ERD1006 und ERD1007, dass die Stromversorgung von Fachkräften angeschlossen und ordnungsgemäß geerdet werden muss. Bei jeder Reparatur und immer dann, wenn die Abdeckung des Antriebs geöffnet wird, ist die Stromversorgung zu unterbrechen (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
Beim Einlernen fährt das Tor teilweise selbsttätig. Marantec weist darauf hin, die Steuerung oder den Handsender nur zu betätigen, wenn sich keine Personen oder Gegenstände im Bewegungsbereich des Tores befinden, und dafür zu sorgen, dass Kinder oder Unbefugte Steuerung und Handsender nicht benutzen (Marantec-Anleitung Digital 506/564/572).
Endlagen und Kraft einlernen
Die beiden Antriebsanleitungen zeigen zwei verschiedene Wege. Bei SOMMER fährt der Antrieb nach dem Festlegen der Endlage seine Lernfahrten selbst und ermittelt die Kraft automatisch. Bei VEVOR stellt man die Endlagen mit Tasten an der Steuerung ein und wählt die Kraft in Stufen. Beides ist Teil der Inbetriebnahme und kommt vor dem Alltagsbetrieb.
Beispiel 1: SOMMER S 9060 pro+ und verwandte Modelle
Die Montage- und Betriebsanleitung beschreibt die Inbetriebnahme mit einem vorprogrammierten Handsender. Der Laufwagen lernt bei den Torbewegungen die benötigte Kraft und speichert sie beim Erreichen der Endlagen (SOMMER-Anleitung pro+):
- Die Status-LED des Laufwagens blinkt grün.
- Taste 1 am vorprogrammierten Handsender kurz drücken. Die erste Bewegung nach dem Verbinden mit der Stromversorgung ist immer „Tor auf“; der Laufwagen fährt langsam in die Endlage und schaltet am Schaltschieber ab.
- Taste 1 erneut kurz drücken. Der Laufwagen fährt langsam Richtung „Tor zu“ und schaltet beim Erreichen der werkseingestellten Schließkraft an der Endlage ab.
- Taste 1 kurz (unter einer Sekunde) drücken, damit die Endposition gespeichert wird. Der Antrieb startet nun selbst den Einlernvorgang: Er fährt in die Endlage „Tor auf“ und lernt die Betriebskraft, fährt in die Endlage „Tor zu“, bei höherem Torgewicht gegebenenfalls mehrmals, und lernt anschließend den Softlauf ein.
- Leuchten die LEDs der Antriebsbeleuchtung durchgängig, ist der Antrieb laut Anleitung eingelernt und betriebsbereit.
Erkennt das Tor während der Kraftlernfahrten ein Hindernis, stoppt es. SOMMER verweist dann auf die Prüfung von Laufweg, Mechanik, Federspannung und Gewichtsausgleich und beschreibt, wie die Endlage „Tor zu“ mit dem Handsender neu angefahren und gespeichert wird. Die Endlagen lassen sich zusätzlich mechanisch am Schaltschieber nachjustieren. Wichtig ist auch der Tortyp: Die Werkseinstellung der DIP-Schalter am Laufwagen gilt für Sektionaltore; zur Einhaltung der EN 13241-1 muss der Tortyp vor der Inbetriebnahme über die DIP-Schalter eingestellt werden (SOMMER-Anleitung pro+).
Beispiel 2: VEVOR Rolltorantrieb ERD1006/ERD1007
An der Steuerung dieses Antriebs gibt es eine Funktionstaste SET, die Tasten ▲ (Öffnen) und ▼ (Schließen) und eine Digitalanzeige. Ab Werk ist der Antrieb für die Montage auf der rechten Seite eingestellt; bei Montage links wird die Laufrichtung zuerst über die Taste SET umgestellt. Für die Montage rechts stellt man die Endlagen laut Handbuch so ein; die Öffnungsposition muss dabei zwischen 1 und 3 m Höhe liegen (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007):
- Das Tor von Hand in eine mittlere Position bringen und mit dem Kupplungsgriff sicherstellen, dass der Antrieb im Automatikmodus ist.
- Netzstecker einstecken. Die Digitalanzeige durchläuft ihre Startanzeigen, die das Handbuch abbildet.
- SET vier Sekunden drücken, dann ▲ einmal und SET einmal drücken. Die Anzeige fordert nun die Position „Tor zu“ an.
- ▼ gedrückt halten, bis das Tor vollständig geschlossen ist, und loslassen. Steht das Tor nicht richtig, mit einzelnen Drücken auf ▼ oder ▲ korrigieren.
- ▲ gedrückt halten, bis das Tor vollständig geöffnet ist, loslassen und bei Bedarf korrigieren. Mit SET bestätigen: Das Tor schließt und hält in der gespeicherten Endlage, die Einstellung ist beendet.
Die Kraft für Öffnen und Schließen wird bei diesem Modell getrennt in den Stufen 1 bis 9 eingestellt; ab Werk steht das Öffnen auf Stufe 9 und das Schließen auf Stufe 5. Zur Prüfung legt man einen Block von 100 × 50 mm unter das Tor und schließt es: Das Tor muss beim Berühren des Blocks umkehren. Beim Öffnen hält man das Tor auf halber Höhe am Torboden fest; es darf sich dann nicht weiter nach oben bewegen. Stimmt eines davon nicht, ist die Kraft laut VEVOR nicht richtig eingestellt und wird nachgestellt (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
Die Kraftprüfung gehört dazu
Die Krafteinstellung ist sicherheitsrelevant. SOMMER schreibt vor, nach der Inbetriebnahme die Krafteinstellung mit einem Kraftmessgerät zu überprüfen, und verlangt eine monatliche Prüfung der Hinderniserkennung; unterhalb von 50 mm erfolgt laut Anleitung keine Kraftabschaltung (SOMMER-Anleitung pro+). VEVOR verlangt, die Widerstandskraft mindestens einmal im Monat zu überprüfen (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007). Anforderungen und Prüfverfahren für die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore legt die Norm DIN EN 12453 fest (DIN EN 12453 bei DIN Media).
Handsender einlernen
In allen drei Beispielen folgt das Einlernen demselben Muster: Der Empfänger wird über eine Taste am Antrieb in einen Lernzustand versetzt, der Handsender sendet in diesem Zeitfenster seinen Code, und die Steuerung bestätigt das über eine LED oder die Anzeige. Bei SOMMER ist die Zahl der Speicherplätze begrenzt (siehe unten). Welche Taste Sie wie lange und wie oft drücken, steht nur in der Anleitung Ihres Geräts.
SOMMER: Funkkanal wählen, dann Sendertaste
Am Laufwagen sitzt ein Radio-Taster mit vier Kanal-LEDs. Kanal 1 ist der Impulsbetrieb, Kanal 2 die Teilöffnung oder Beleuchtung, Kanal 3 „definiert auf“ und Kanal 4 „definiert zu“ (SOMMER-Anleitung pro+):
- Durch mehrmaliges Drücken des Radio-Tasters den gewünschten Kanal auswählen.
- Die gewünschte Taste am Sender so lange drücken, bis die LED des gewählten Kanals erlischt. Damit ist der Sender eingelernt.
- Für weitere Sender die Schritte wiederholen.
Kommt nach dem Drücken des Radio-Tasters 10 Sekunden lang kein Sendebefehl, schaltet der Empfänger in den Normalbetrieb zurück. Für alle Kanäle zusammen stehen 40 Handsenderbefehle zur Verfügung, mit dem Zubehörteil Memo bis zu 450. Einen zweiten, baugleichen Handsender kann man auch per Funk einlernen: Am bereits eingelernten Handsender die Tasten 1 und 2 drei bis fünf Sekunden drücken, loslassen und dann eine Taste am neuen Handsender drücken; er übernimmt die Tastenbelegung des ersten (SOMMER-Anleitung pro+).
VEVOR ERD1006/ERD1007: CODE-Taste
Für die Sender hat die Steuerplatine eine eigene Lerntaste mit der Aufschrift CODE. Einmal CODE drücken, die Anzeige wechselt in den Lernzustand. Dann eine beliebige Taste des Senders zweimal drücken; die Anzeige flackert schnell und wechselt zurück, der Code ist gelernt. Weitere Sender werden genauso eingelernt, bis zu 30 Stück. Hält man CODE länger als acht Sekunden gedrückt, werden die gespeicherten Sender gelöscht (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
Marantec: Handsender Digital 506, 564 und 572
Die Anleitung dieser Handsender beschreibt das Einlernen am Antrieb so (Marantec-Anleitung Digital 506/564/572):
- Taste P des Antriebs vier Sekunden gedrückt halten.
- Taste P des Antriebs zweimal betätigen. Am Antrieb blinkt eine Anzeige.
- Programmiertaste am Handsender eine Sekunde betätigen. Die LED des Handsenders blinkt 30 Sekunden.
- Gewünschte Funktionstaste eine Sekunde betätigen. Die LED blinkt einmal.
- Taste P des Antriebs eine Sekunde betätigen. Die Anzeige am Antrieb erlischt.
Für weitere Funktionstasten werden die Schritte wiederholt. Außerdem beschreibt die Anleitung, wie ein bereits eingelernter Handsender einen zweiten Handsender anlernt. Marantec weist ausdrücklich darauf hin, dass zusätzlich die Dokumentation des Antriebs oder des Empfängers zu beachten ist (Marantec-Anleitung Digital 506/564/572).
Wenn das Einlernen nicht klappt
Lässt sich das Tor an der Antriebseinheit bedienen, aber nicht mit dem Handsender, nennt VEVOR in seiner Störungstabelle vier Ursachen: Die Batterie ist nicht richtig angeschlossen, die Batterie ist leer, der Sender wurde nicht eingelernt, oder die Antenne der Antriebseinheit ist nicht ausgefahren (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007). Bei SOMMER lassen sich keine weiteren Sender einlernen, wenn alle Speicherplätze belegt sind; dann blinken die roten LEDs der Funkkanäle (SOMMER-Anleitung pro+). Bei den Marantec-Handsendern zeigt zehnmaliges Blinken der LED an, dass die Batterie gewechselt werden muss (Marantec-Anleitung Digital 506/564/572).
Quellen
- SOMMER Antriebs- und Funktechnik GmbH: Original Montage- und Betriebsanleitung Garagentorantrieb S 9060 pro/pro+, S 9080 pro/pro+, S 9110 pro/pro+ (S10931-00000, Rev. B, DE), abgerufen am 07.10.2026
- VEVOR: VEVOR Garagentoröffner-Handbuch und PDF-Anleitung (Rolltorantrieb ERD1006/ERD1007), abgerufen am 07.10.2026
- Marantec Marienfeld GmbH & Co. KG: Anleitung Handsender Digital 506, Digital 564, Digital 572 (Stand 02.2025), abgerufen am 07.10.2026
- DIN Media: DIN EN 12453:2022-08, Tore – Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore – Anforderungen und Prüfverfahren, abgerufen am 07.10.2026
Häufige Fragen zur Programmierung von Torantrieben
Gibt es eine Tastenfolge, die für alle Torantriebe gilt?
Nein. Tasten, Haltezeiten und Anzeigen legt jeder Hersteller selbst fest. SOMMER wählt zum Beispiel erst mit dem Radio-Taster einen Funkkanal (SOMMER-Anleitung pro+), bei Marantec wird die Taste P des Antriebs vier Sekunden gehalten und dann zweimal gedrückt (Marantec-Anleitung Digital 506/564/572). Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts.
Wie lernt ein Torantrieb die Endlagen und die Kraft?
Das hängt vom Modell ab. Beim SOMMER pro+ speichert man die Endlage mit dem Handsender, danach fährt der Antrieb seine Kraftlernfahrten selbst (SOMMER-Anleitung pro+). Beim VEVOR ERD1006/ERD1007 stellt man die Endlagen mit SET, ▲ und ▼ ein und wählt die Kraft in Stufen von 1 bis 9 (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
Wie viele Handsender kann ich einlernen?
Die Zahl steht in der Anleitung des Antriebs. Beim SOMMER pro+ sind es 40 Handsenderbefehle für alle Kanäle zusammen, mit dem Zubehörteil Memo bis zu 450 (SOMMER-Anleitung pro+). Der VEVOR ERD1006/ERD1007 speichert bis zu 30 Sender (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
Muss die Kraft nach dem Einlernen geprüft werden?
Ja. SOMMER verlangt nach der Inbetriebnahme eine Prüfung der Krafteinstellung mit einem Kraftmessgerät und eine monatliche Prüfung der Hinderniserkennung (SOMMER-Anleitung pro+). VEVOR beschreibt eine Prüfung mit einem Block von 100 × 50 mm unter dem Tor und verlangt, die Widerstandskraft mindestens einmal im Monat zu prüfen (VEVOR-Handbuch ERD1006/ERD1007).
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